Anderswo veröffentlicht (5): U-Bahntüren

Mein Beitrag für die Novemberausgabe der Radio-Z-Literaturradiosendung »Eisenbart und Meisendraht – Magazin für Eigenart« zum Nachhören und -lesen:

Andreas Lugauer: U-Bahn-Türen

Werbeanzeigen

Keine halben Sachen, bitte!

Leute, die ihr bei manuellen U-Bahntüren nur eine der beiden Türhälften öffnet – eure Strafe im Fegefeuer sei eine ewige U-Bahnfahrt, ohne Ausstieg, ohne Endstation, es möge dabei immer morgendlicher Werktagsverkehr herrschen, alle Sitzplätze sollen belegt sein, die Stehplätze auch und euer Kopf möge angeschmiegt werden von Schultern, Oberarme sollen euch einklemmen links und rechts und vorne und hinten, Hutkrempen mögen in einer Tour euer Gesicht streicheln und Pelzkrägen ebenso, Hunde eure Hände ablecken, sämtliche Handschlaufen mögen vollgeniest sein mit gelbem und grünem und meinetwegen auch weißlichem Lungenauswurf, Heuschrecken sollen durchs Abteil schwärmen, Frösche eure Hosenbeine hochschleimen, Mücken und Fliegen in eurem nassgeschwitzten Kragen sitzen, Stroh soll herumliegen und ihr euch fragen warum, an jeder Haltestelle mögen Abgase ins Abteil schwallen (und zwar durch vollständig geöffnete Türen!), der Schaffner möge fortwährend unverständliche Durchsagen machen, die verstanden zu haben ihr bestätigen müsst, nach jeder Station sollt ihr kontrolliert und wegen Schwarzfahrens zur Strafkasse geschickt werden, Harn- und Stuhldrang möge euch plagen bis kurz vorm Zerreißen und jede Haltstelle soll aus nichts als Toiletten bestehen (dumm nur, dass ihr ja nie aussteigen könnt), in Erbrochenem von Wochenendnachtfahrgästen sollt ihr stehen bis zu den Knöcheln, der Schweiß soll nicht nur die Fenster beschlagen, sondern auch von der Decke tropfen, der U-Bahnfahrer soll in die U-Bahnhöfe bremsruckeln, dass es euch fast auskommt, der Fahrgast neben euch möge Elektro hören, als sei Samstagnacht im Club, in den Kreißsaal sollt ihr dringend müssen und auf eine Beerdigung, zu einer Prüfung wie zur Konkursverhinderung eurer Firma, der Blinddarm möge euch plagen in der Größe vom Schoße bis zum Halse, die rettenden Insulinspritzen für eure Diabetes mögen in den U-Bahnhöfen bereitstehen (dumm nur, dass ihr ja nicht aussteigen könnt), euer Vater möge euch vom vorderen Abteilende aus beäugen und eure Mutter vom hinteren, die Lampen sollen flackern und [Fragment]

Anderswo veröffentlicht (4): »Eisenbart und Meisendraht – Magazin für Eigenart«

Seit einiger Zeit bin ich Autor der Literaturradiosendung »Eisenbart und Meisendraht – Magazin für Eigenart« des Nürnberger Lokalsenders Radio Z. An jedem vierten Sonntag im Monat versammeln die beiden Hosts Hartmut K. Eisenbart und Magdalena Meisendraht Texte lokaler Autor*innen zu einem bestimmten Thema (zuletzt etwa Videospiele) und kleistern sie mit kruden Moderationen zu einer Sendung zusammen, dass man sich fragt: »Ja sag mal, geht’s noch?! Und das am Sonntagnachmittag um 16 Uhr!« Anschließend uppen sie die jeweilige Sendung bei allen möglichen Podcastanbietern (Link), damit die ganze Welt sie hören kann (was sie eigentlich eh schon kann, wegen Internetradio, aber Podcast ist halt cool mit Download und zeitlicher Ungebundenheit und klingt auch besser als (Internet-)Radio tbh).

Der erste Text, den ich dafür schrieb und einlas, handelt vom Philosophen Immanuel Kant und seinen Marotten (Neurosen? Beware of distant psychology!): »Der Kokon des Philosophen«. Unter diesem Link ist der Text zu finden sowie für Audiophile das Audiofile des Beitrags. Wer mag, kann sich auch mein Autorenprofil auf der Seite anschauen: und zwar mit Bild! Falls sich jemand über die merkwürdigen Schatten auf dem Foto wundert: Ich habe es auf einer öffentlichen Toilette aufgenommen und das Licht der Neonlampe erzeugte ein Interferenzmuster (Physikunterricht!).

For further information please visit EBMD on Facebook: @eisenbartmeisendraht

Anderswo veröffentlicht (3)

Das endgültige Satiremagazin TITANIC druckte in der aktuellen Ausgabe in der Rubrik «Vom Fachmann für Kenner» auch einen kleinen Beitrag von mir:

Damit stieg die Anzahl meiner «Fachmann»-Beiträge auf astronomische drei (in Pommestüten: 🍟🍟🍟).

Wer das Magazin unterstützen möchte, begebe sich zum Kiosk und kaufe sich ein Heft oder schließe gar ein Abonnement ab.