Steckt euch alle an!

Werbekampagne der DAK, Nov./Dez. 2018

»Gelacht wird darüber, daß es nichts zu lachen gibt. … Das versöhnte Lachen ertönt als Echo des Entronnenseins aus der Macht, das schlechte bewältigt die Furcht, indem es zu den Instanzen überläuft, die zu fürchten sind. Es ist das Echo der Macht als unentrinnbarer. Fun ist ein Stahlbad. Die Gesundheitsindustrie verordnet es unablässig.« (Horkheimer/Adorno: Dialektik der Aufklärung, GS 3, S. 162)

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Kritische Neckereien

Was antwortete Max Horkheimer, wenn man ihn mit »Mach’s gut!« verabschiedete? »Mach’s Horkheimer!«

Adorno, freilich vom Frankfurter-Schulrektor nicht sich unterbuttern lassend und nie um eine zusätzliche dialektische Wendung verlegen, pflegte daraufhin jovial feixend zu antworten: »Gut, Horkheimer, Paulaner!«

»Ein Sauhund, der Teddy!«, dachte Horkheimer in den Entstehungstagen der Dialektik der Aufklärung danach oft, »da juble ich jetzt, wenn er nicht herschaut, einen Widerspruch in die Dialektik der Aufklärung rein, den nicht einmal er bemerkt bzw. kapiert respektive eventuell noch zur bestimmten Negation emporretten kann hehe.«

Ob’s ihm gelungen ist, das bleibt sein Geheimnis, ebenso wie ob’s ihm Adorno nicht womöglich wissentlich hatte durchgehen lassen.

Zurichtung

Weihnachtsgeschenk

»… gegen all das uns Auferlegte, gegen das, was die Welt aus uns gemacht hat und noch in unendlich viel weiterem Maß aus uns machen will. Etwas anderes als die Reflexion darauf bleibt uns nicht, und der Versuch, von vornherein im Bewußtsein seiner objektiven Ohnmacht dagegen anzugehen; …« Adorno: Probleme der Moralphilosophie (1963), Frankfurt a.M. 1996, S.249.

Radio Marx

Übrigens: Ich übernehme den Nürnberger Lokalradiosender afk max und benenne ihn um zu afk MARX.

Programm sieht dann so aus, dass einfach pausenlos aus den Marx-Engels-Werken vorgelesen wird, nämlich chronologisch MEW-Bd. 1, 2 …, 44 und wieder von vorne. Und zwar mit Verve!

Zwischendurch, wie es sich für einen Radiosender gehört, Nachrichten, z.B. «Ist der Sozialismus schon verwirklicht? Der Blick ausm Fenster sagt: Nein», «Löst sich der Staat schon selbst auf? Auch nein», Börsenkurse, Rohstoffpreise (Tee, Weizen, Leinwand etc.) + tagesaktuelle Zustandsbeschreibung des revolutionären Subjekts.

Vorstellbar wären auch Zuschauerquizze mit unterschiedlich schwierigen Fragen wie «Bestimmt das Bewusstsein das Sein oder das Sein das Bewusstsein?», «Was steht in MEW 14 auf S. 59 in Z. 32–35?», «Wie viel wog Karl Marx’ Kopfbehaarung?»

Sonntags um 12 Uhr dann für eine Stunde Musik. Playlist:
– Madonna: «Materialistic Girl»
– Metallica: «Welcome Home (Proletarian)»
– Notorious B.I.G.W.F. Hegel: «Phenamanahlogy of Spirit»
– Faith No More in Chains
– Alice (Still) in Chains
– Freestyle Agitrap von Dialektikal
– ansonsten Historic-Materialistic Metal, Progressive Produktivkraft Metal

So könnt’s klappen mit der Agitation der Massen!

Kritischer Zwischenruf

Ein Sonntagnachmittag im September 1964 auf einem Provinzfußballplatz nahe Frankfurt, 87. Spielminute, es steht 2:2, die Partie geht in die kritische Phase. Ein älterer Zuschauer im Anzug, mit Hornbrille und Halbglatze plärrt: «Auf geht’s, Jungs, Adorno und dann Habermas!»

Adorno-Allotria

Adornos agrarisches Lieblingswerkzeug war übrigens die Sichel. Oder, wie er sie gern hispanisierte: el sich.

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«Geliebt wirst du einzig, wo du Stärkekartoffeln produzieren darfst, ohne schwach dich zeigen zu müssen.» (Bauernweisheit)

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Hätte Adorno bis in die Nullerjahre gelebt – was hätte er wohl von der Popband «Sich und Sich» gehalten?

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