Promotionsbewerbung

Ich will in Kritischer Biologie promovieren mit einer Arbeit zur Dialektik von Kulturheidelbeeren und Barbareiheidelbeeren. Beworben habe ich mich dafür am Frankfurter Institut für Sozialbotanik (bekannt als Frankfurter Baumschule) beim Professorentandem Max Harkeimer und Theodor W. Arborno – drückt mir die Daumen!

Anm.: Nachdem ich meine beiden Studiengangswünsche (Studiengang (I), Studiengang (II) – Subkulturausgabe) in die Tat umgesetzt habe, geht es jetzt an den nächsten akademischen Grad. Yeah!

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Unterhose

17.09.2018 – Heute fiel mir, als ich gerade meine Wäsche auf die Leine am Balkon hängte, eine Unterhose hinunter. Sie kam aber nicht weit und blieb in der Wäschleine des Balkons eins drunter hängen. «Oh Mist!», dachte ich, «aber naja, sag’ ich Frau S. halt Bescheid oder leg’ ihr ’nen Zettel hin.» Was ich ein paar Augenblicke später sofort wieder vergaß und daher denn auch nicht tat. Wenig später verließ ich die Wohnung, um zum Lektürekreis zu fahren – und sah, dass die Nachbarin die Unterbuchse zwischenzeitlich schon entdeckt und per Wäscheklammer ans Treppenhausgeländer gehängt hatte. Was mir zunächst peinlich war, denn das ist nun wirklich nicht der Ort, wo ich meine Unterwäsche ausgestellt sehen möchte. Dann winkte ich aber innerlich ab und dachte: «Pff…, da geh’ ich jetzt nicht extra nochmal hoch deswegen; die nehm’ ich hernach mit, wenn ich wieder heimkomme. Weiß ja kein Mensch, dass das meine Unterhose ist!» Und so kam es dann auch.

Findige Leser_innen mögen jetzt denken: «Ha!, um dem Andreas seine Unterwäsche sehen zu können, muss ich ihn nicht extra verführen oder bei ihm einbrechen, um in seine Schränke zu luren, oder ihm auf dem Nürnberger Hauptmarkt vor allen Leuten um 12 Uhr mittags die Hose herunterziehen! Nein, da geh’ ich einfach in den Hinterhof seines Hauses, und zwar just dann, wenn er mal wieder seine Wäsche raushängt. Und dann schaue ich sie mir an!» Diesen Leser_innen kann ich nur sagen: gewiss, gewiss, aber das ist von allen genannten Unterhosensehoptionen die allerallerlangweiligste. Überrascht mich!

Zahncreme

24.08.2018 – Ich war heute in einem Restaurant namens El Mexicano. Die Bediensteten dort hatten auffällig schöne Zähne. Gefragt nach ihrem Zahnpflegegeheimnis meinten sie, es handle sich um eine spezielle Zahnpastakombi: morgens El Aronal, abends Elmexicano.

Zusatzinfo: Es gab dort mexikanisches Essen.

Bidet

Es ist, wie es ist, Freunde: Ich bin an einem Punkt angelangt in meinem Leben, an dem ich ein Bidet nicht nur gerne besitzen, sondern auch benutzen würde; und zwar nicht ~nur~, um mit eingezwicktem Monokel, Brillenbügel im einen Mundwinkel, Zigarre im anderen, angesilberketteter Taschenuhr und Einstecktuch im Frack sagen zu können: «Junge Dame, junger Herr, ich  b e s i t z e  nicht nur ein Bidet, sondern ich  b e n u t z e  es auch regelmäßig! Wissen S i e überhaupt einmal, wie man Bidet schreibt überhaupt?»

Sicher, damit würde ich gerne auch alle indignieren, die von diesem Thema gar nichts wissen wollen, aber zugleich geht doch nichts über morgend-/abendliche Intimwäsche! Da sind zumindest schon einige der fünf (oder sieben? Hm, ich glaube, die Sieben, das waren die sieben Öffnungen unseres Kopfes, auf die er in einem anderen Text verblüffenderweise hinwies) Stellen dabei, die Max Goldt, Spezialist für tägliches Betragen, für die morgendliche Reinigung empfiehlt.

Urlaubsbericht

Ah fuck ich bin zurück vom Urlaub und hab kein Strandsonnenuntergangsfoto für WhatsApp etc. gemacht! Dummerweise war ich nicht mal am Meer, und ein Sonnenuntergang am Hamburger Hafen kommt höchstens auf Postkarten cool. (Bei Hamburg glaubt man ja immer nur, es läge am Meer, in echt tut’s das gar nicht.) Mir scheint, nächstes Jahr müsse ich Urlaub neu denken.

Nicht mal erlebt haben wir was. Teurer Freund und Reisebegleitung M. und ich erledigten unser Reisetagebuch in einer Unscheinbarkeit, die vom normalen Alltag kaum zu unterscheiden ist. Zumindest nicht von dem von Leuten ohne Arbeit, aber mit ÖPNV-Ticket und genügend Geld für Kaffee, Pils und Fischbrötchen. Gut, abgesehen vielleicht von der wilden Fahrt in der Güterlore durch die Goldminen, die – kaum jemand weiß das! – ein Gutteil Hamburgs unterkellern, in die wir unversehens stolperten, als wir uns gefragt hatten: «He, geht’s hinter diesem Gitter wohl in die Kanalisation?» Und abgesehen vielleicht von dem Bein, das wir diesem einen jamesbondesquen Geheimagenten in den Docks am Hafen stellten, der daraufhin von acht Vermummten in bayerisch anmutenden Fantasieuniformen per Sturmgewehre und Handgranaten zu Stallfutter für die Almkühe verarbeitet wurde. («Hä, was soll denn der Schmarrn hier, wart ihr nicht in Hamburg?») Und abgesehen vielleicht von den sexi Abenteuern in den überdachten Swimmingpools der Villen an der Elbchaussee. Wie gut, dass die überdacht sind alle! Ich mein, in einen mordsenergieintensiv beheizten Jacuzzi kannst du dich bei 12 °C schon auch noch reinhocken, aber Arschbomben und Bauchplatscher machst du da halt Anfang Oktober nicht mehr. «Macht man in Jacuzzis auch im Sommer nicht, weil die erstens zur Entspannung da sind und zweitens meist eh viel zu klein, so dass du dir nur böse was anhaust, wenn du da wie so ein Grundschüler reinspringst!», mag eins hier einwenden. Und ja, mag sein – über die sexi Abenteuer schweig’ ich mich dennoch aus, hähä. Die übrigens nur zustande kamen, weil wir auf der Fahrt mit der Goldminengüterlore ein stattliches Säckel mit Gold füllen konnten und es den Chefs der Vermummten gefiel, uns mit sexi Poolabenteuern für das gestellte Bein an den Docks zu belohnen. «Hä, aber wenn die Poolabenteuer Belohnung waren, wozu brauchtet ihr dann das Gold?» Ja weil wir die sexi Pooldamen freilich selbst bezahlen mussten. «Sonst noch was? Die bezahlt ihr schon selbst, ihr versoffenen Hafenmaatjes!», hatten uns die finsteren Herren nämlich angeherrscht.

Poren, Bratwürste und Babykatzen

Wer mal wieder die Poren seiner Gesichtshaut erkunden möchte, sich aber kein gehobenes Hotelzimmer leisten kann, in dessen Bad ein Porenspiegel installiert ist, könnte zum Beispiel zu den lieben Matthias und Sonja Warkus nach Jena fahren. In deren Badezimmerspiegel ist nämlich ein solcher Spiegel i n t e g r i e r t ! (Evtl. vorher fragen, ob’s cool geht, dass man zur Porenkontrolle vorbeikommt.) Woher ich das weiß? Weil ich sie von Samstag auf Sonntag besuchte.

Erste Erkenntnis: Es gibt ihn wirklich. Niemand hat sich Matthias ausgedacht oder verstellt sich fürs Internet oder so – ich habe sogar seinen aus Facebookvideos bekannten Morgenmantel gesehen. Als ich nachts um drei im Bad stand, um mich nachtfertig zu machen, erwog ich sogar, für ein Selfie mal reinzuschlüpfen und das dann zu posten. Hab’ ich aber dann doch nicht gemacht; man geht ja schließlich auch nicht zur Queen und setzt sich heimlich ihre Krone auf oder zu Dwayne »The Rock« Johnson und hängt sich seinen WWF-World-Heavyweight-Champion-Gürtel um. Zwar bräche Matthias einem wohl nicht – wie The Rock oder die Queen – gleich das Genick und risse anschließend das ganze Rückgrat bis zum Steiß heraus, dennoch unterließ ich das Bademantelselfie, da es mir unziemlich erschien.

Als Mitbringsel bringselte ich ihnen eine Dose Nürnberger Rostbratwürste (10 St., bereits gegrillt, man muss sie nur noch erwärmen!) und eine Dose Sauerkraut (ebenfalls im Nürnberg-Design, bereits vorgekocht, je nach Bock ggf. mit Speckwürfeln oder Kümmel verfeinerbar) mit. «Poah, wie meeega unoriginell!», mag man nun einwenden. Worauf ich nur unerbittlich erwidern könnte: «Joa, aber wat willste machn, wennste aus Nürnberg kommst…» Gedacht war es eigentlich als romantische Zwischenmahlzeit für die beiden: flugs alles auf Genusstemperatur gebracht und dann schön auf der Couch jeder fünf und eine Hälfte Kraut bei Kerzenschein und Wein (im Weinviertel Jena-Winzerla haben Wasserhähne übrigens die Stufen «kalt», «warm» und «Wein». Daher gibt’s dort deutschlandexklusiv in Baumärkten nur Zweihebel-Mischbatterien, wobei einen der zweite Mischhebel zwischen Weiß- und Rotwein wählen lässt. Theoretisch könnte man sich also z.B. eine warme Rotweinschorle ohne Kohlensäure genehmigen).

Dann kam es jedoch ganz anders: Auch Matthias und Sonja hatten Bratwürste vorbereitet, und das nicht zu knapp. Neben Thüringern gab’s auch welche aus Matthias’ Herkunftsregion, der Pfalz, und, obwohl die nicht aus dieser Pfalz, sondern der ostbayrischen Oberpfalz stammen, sogar Pfälzer (ist ja wurscht, dass die ‹nur so heißen›, auf den Effekt kommt’s an). Als ob diese nicht schon genügt hätten, sagten sich die beiden beim Metzger: «Och, wo wir schon hier sind: Frankfurter und Wiener nehm’ wa auch noch!»
Aus dieser Selektion feinster Brätspezialitäten zauberten sie dann ein Gedicht, wie man es sonst nur von Konfekt- und Pralinendarbietungen gewohnt ist. Erlesene Häppchen, garniert mit Sauerkraut, das an Rankenornamente des Jugendstils erinnerte. Freilich geschah dann, was geschehen musste: Beim Anrichten ließen wir die Teller für einen kurzen Moment aus den Augen – und blickten im nächsten Moment auf leere Teller und die zufriedenen Mäuler der beiden Babykatzen Fluse und Chewie. Natürlich konnten wir den beiden süßen Fellknäueln nicht böse sein und lachten alle herzlich, wobei wir uns leicht die Bäuche hielten (teils vor Lachen, teils vor Hunger). Dennoch kam anschließend, was kommen musste: Die österreichische Nachwuchs- und Skandalautorin Stefanie Sargnagel trat die Wohnungstür ein, um dieser einen anderen österreichischen Nachwuchsautorin Zutritt zu verschaffen, welche dann mit Schmackes und Genuss wie gewohnt Babykatzen trat. Diesmal zwar nicht ohne Grund, aber dennoch eine ziemlich danebene Aktion. Die Kommentarspalten-Suderanten waren außer sich! (Offenlegung: Dieser ganze Abschnitt ist komplett ausgedacht. Sonja und Matthias kochen allerdings sehr lecker! Es stimmt einzig, dass ich Fluse und Chewie im Kampf gegen das Verbrechen erlebte, aber dazu ein andermal.)

Poetologie des Unfugs

– «So tell me, how do you manage to come up almost daily with those crazy, yet super funny puns?»
– «Well, usually I operate here with my pun-pan, where I work on the material with a tool from Germany called Redewender. The rest is, well, [indistinct chatter]»
– «Ah, that’s the secret!»