Liedinterpretation »MfG«

Idee für eine Lied-Interpretation: »MfG« von den Fantastischen Vier, aber statt der ganzen verschiedenen Abkürzungen immer nur »tbh«.
Grund: Diese wichtigste – und noch wichtiger: schönste Abbreviatur aller Zeiten und Sprachen haben die vier Stuttgarter TBHurensöhne einfach weggelassen!

Hier schon mal die Lyrics zum Lernen:

tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh – ihr könnt mich mal
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh, tbhh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh – ojemine
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh – is’ nich’ OK

tbh mit freundlichen Grüßen, die Welt liegt uns zu Füßen
Denn wir stehen h, wir gehen h, für ein Leben voller h und h
Bevor wir fallen, fallen wir lieber h

tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh, hahaha
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh – tatütata
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh, olé, olé
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh, tbh und tbh
tbh in tbh is’was ich dreh’

tbh mit freundlichen [etc.]

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Doku-Kritik: »Doomsday Preppers« (National Geographic)

Bereits die ersten Prepper/innen in der allerersten Folge lassen mich ratlos zurück: Es heißt, sie bereiteten sich darauf vor, dass sich die Magnetpole der Erde umkehren – der Nord- wird zum Südpol und umgekehrt. Was, wie Herr Prep »believes«, Folgen zwischen schweren Erdbeben und Verschiebungen ganzer Kontinente zur Folge haben könne. Statistisch passiere es alle 400.000 Jahre und gegenwärtig seien wir schon ein ganzes Stück »drüber« (300.000 Jahre, wenn ich mich recht erinnere). Also lege Frau Prep mit ihrem Mann in Texas ein kleines (schusssicheres!) Reservat aus Überseecontainern an, in dem sie wohl 15–20 Jahre überleben können. 50 Stunden pro Woche verwendeten sie auf Essen Einkochen, Schießübungen, Austüfteln von Energieversorgungseinrichtungen (Wind, Sonne, Scheiße) etc.

Eine junge Frau von Mitte 20 aus Houston glaubt, in ihrem Leben komme es mal zum Zusammenbruch der Ölversorgung. Sie nennt es (bestimmt 13 Mal in ihren 15 Minuten): »When the shit hits the fan.« Daher halte sie in ihrer leider nur 56 m² großen Wohnung Nahrung, Wasser etc. für den Ernstfall vor, hauptsächlich allerdings einen gepackten Notfallrucksack, um zum Vehikel am unbekannten Ort außerhalb der Stadt zu wandern, »and then I go to Mexico«. Wenn die Ölversorgung erlegen sei, herrsche in der Stadt Chaos, Raub und Totschlag – »but I’m a machine«: vier Stunden pro Tag trainiere sie, sechsmal die Woche.

Was auffällt: die Alle-gegen-alle-Mentalität der gezeigten Prepper*innen. Sie wirken wie vollständig atomisierte Individuen einer Gesellschaft, die für sie schon pre-doomsday gar keine mehr ist. Wichtiges Prepping-Element: irrsinnig viele Waffen mit entsprechender Munition; die anderen sind stets und bloß Feinde, das eigene Überleben will rücksichts- und erbarmungslos geschützt werden. Mit einem apokalypseartigen Zusammenbrechen der kompletten Infrastruktur scheint für sie zugleich die Zivilisation aufgehoben zu sein. Man ist in ihren Augen dann offenbar nicht mehr Individuum, sondern nur noch Exemplar einer Gattung.

Dass Katastrophenszenarien eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind, bei denen es gilt, möglichst vielen Menschen das Über- und Weiterleben zu ermöglichen, spielt für sie keine Rolle. Präjudizierte Asozialität bestimmt ihre Vorbereitungen; um nicht zu sagen: in die Zukunft projizierte.

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Was ich mich beim Schauen fragte: Wie schaffen es Leute, in einer Tour Dokus anzuschauen? Klar, im Falle einer apokalyptischen (Natur-)Katastrophe würde ich, auf mich allein gestellt, aufgrund meiner durch-und-durch-zivilisierten Unbeholfenheit wohl keine drei Tage überleben. Beim Schauen solcher Dokus allerdings stürbe ich schon nach drei Stunden. Die sensationalisierenden, gar alarmistischen, aber ruhig und mit fester Stimme vorgetragenen Kommentare aus dem Off, die schnellen Schnitte, die teilweise willkürlichen illustrativen Bilder (in diesem Falle: beliebige Riots und das ein oder andere katastrophale Naturereignis), der leicht erkenn- und durchschaubare dramaturgische Aufbau, und über allem thronend das Bewusstsein darüber, praktisch alles Gezeigte unterliege einer gewissen Gemachtheit und der Ausdruck »Reality TV« lüge höchstens bei den Candid shots im Hintergrund nicht – das ist zu viel für mich.

Nach diesen 45 Minuten würde ich nicht behaupten, etwas über Prepper*innen zu wissen; höchstens etwas über die Sendung »Doomsday Preppers«.

Kurz notiert (34)

Zugriff aber als mit der Gitarre die Eisenbahn nachahmen

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Don’t be fooled by the rocks that I got /
Amstel Amstel Jenny from the Block

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Maulkorb aber als Bastgefäß in das man reinschimpft

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Revengaboys: Boom Boom Boom Boom (I Shoot You in Your Room)

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Versehen aber als bloß gedichtete Bünde fürs Leben

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Unvernutztes Phrasengerümpel betreffend Griechenland

Griechenland, die Wiege der Demoskopie

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Griechenland, die Wiege der Demi Moore

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Griechenland, die Wiege der Demiurgen

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Griechenland, die Liege der Demarkation

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Griechenland, die Wiege des Demokraniel-Pascal Zorn*
(* lies: Sokrates)

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Griechenland, die Wie geht der Demonstranten

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Griechenland, die Biege der Demantoiden* (* gibt’s echt)

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Griechenland, die Stiege der Temparatur

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Griechenland, die Mine der Stenographie

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Nachdem diese kleine Facebook-Postingserie einigen Wirbel aufwirbelte und für Unmut sorgte bis hin zur Ferndiagnose Schlaganfall, hier meine Stellungnahme:

Es handelt sich um ein, mittlerweile erfolgreich abgeschlossenes, Projekt der EU-Komission (🇪🇺!) und des Rechercheverbundes NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Ziel war es, einerseits junge Menschen bzw. Menschen jeden Alters wieder für die Demokratie zu begeistern und andererseits in einer Art Open-Source-Projekt neue Phrasenräume für den zuletzt arg altbackenen Journalismusbetrieb auszukundschaften.

Ersteres hat sehr gut geklappt. Viele Menschen haben positiv auf die Aktion reagiert. Aber auch die Ablehnung und die Wut (bis hin zum Hass?) sind wichtige Reaktionen im Demokratiebildungsprozess. Denn dadurch sehen wir Europäerinnen und Journalistinnen (je w*m), dass Potential vorhanden ist.

Zweiteres, die Phrasenraumerkundung, hat sangwermal zumindest keinen negativen Ertrag gebracht. Aber insgesamt halt gar keinen. Gedacht war das Störfeuer der Aktions-Postings als kreativer Impuls zum Weiter- und Neudenken, zum Boundaries-Pushen. Hier haben sich EU-Komission (🇪🇺!) und der Rechercheverbund WDR, NDR, SZ leider in der Bubble verwählt. Zwar wurde die Zielgruppe (alle Alterstufen) erreicht, aber die berechtigten (!) Kreativerwartungen wurden krachend untererfüllt.

Beide Institutionen schicken jetzt eine cross mixed Arbeitsgruppe in einen Bildungs Campus im Schwarzwald und lassen sich von ihr eine neue Content Strategie entwerfen.

Offenlegung: Ich habe bei der Aktion ordentlich abgesahnt (🇪🇺-Fördertöpfe!), bin aber jetzt raus aus der Nummer.

Abschließend soll ich euch lieb Grüßen von den Institutionen! Andreas